Das Visa Paradox

– Resumen –

Obtener una visa en Alemania es una misión casi imposible si  no vienes de un país perteneciente a la Unión Europea o si no tienes suficiente dinero para que las autoridades alemanas no tengan miedo de que podrías convertirte en un problema para el fisco.  Entonces las posibilidades de entrar la UE  no son las mismas para cada persona. Todo depende  de donde vienes y de cuanto  dinero tienes. Estando en Alemania misma, uno necesita no solamente mucho dinero pero también mucha paciencia para extender su visa.  Aquí „la paradoja de la visa“ se muestra en su mejor forma: el solicitante debe probar que tiene un seguro médico. Lo que parece fácil es una paradoja sin solución: uno no obtiene un seguro médico sin visa. Varios obstáculos de ese tipo siguen hasta que uno abandone o obtenga su visa. Y todo esto para mantener la democracia alemana.

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Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit, da kam ein junger Mexikaner nach Deutschland. Einem langen Traum folgend hatte er seine sieben Sachen gepackt und sich auf die Reise in das ferne Land der Freiheit, der Demokratie und des Überflusses gemacht. Denn so sprach man von Deutschland, da, wo er herkam. Angekommen packte er sein Abenteuer frohen Mutes an. Das Glück musste doch auf seiner Seite sein, schließlich hatte er nur die besten Absichten. Innerhalb weniger Tage nahmen ihnen die Menschen des fremden Landes auf und er erlernte ihre Sprache. Unermüdlich arbeitete er an dem deutschen Lehrinstitut eines kleinen verwunschenen Dorfes und wurde Teil seiner Gemeinschaft oder, wie die Deutschen sagen würden: Er integrierte sich gut in ihre Gesellschaft. Und weil alles so gut lief, dachte er sich „Hier bleib ich noch ein wenig länger!“ Allgegenwärtige Freude über diesen Beschluss. Doch eines Tages, was war das? Da flog ein Brief zur Tür herein. „Mexikaner, Sie haben keinen Grund länger hier zu sein. Und ohne Grund keine Berechtigung weiter in ihrem kleinen verwunschenen Dorf zu verweilen“. Da fing der Kopf des jungen Wanderlustigen an zu rauchen. Was hieß das nun? War er denn nicht einer der ihren? Doch da, der Lichtblick! Reichen Sie unverzüglich einen Nachweis ihrer gesundheitlichen Absicherung sowie einen offiziellen Nachweis ihres Wohnortes beim Amt für Fremdlinge und Fremdkörper ein! Na, das wär doch gelacht, dachte sich der junge Mexikaner, wenn das nicht zu regeln ist. Doch es bleibt abzuwarten, ob ‚Ende gut alles gut‘ die Moral der Geschicht‘ sein wird.

Was hier wie ein wunderbares Märchen begann, beginnt leider für viele nicht einmal. Die Chancen, in das Wunderparadies Deutschland einreisen zu können, sind nämlich nicht für jeden gleich. Man könnte die Chancen so einteilen: Kommt der Visa- Beantragende aus einem anderen europäischen Land, nun dann wandert er einfach fröhlich über die deutschen Grenzen. Kommt er aus den Vereinigten Staaten Amerikas, wird es ihm ähnlich gehen. Dann gibt es da noch eine dritte Kategorie, die man mit ‚Rest der Welt‘ bezeichnen könnte. Eine Bezeichnung, die ich nicht meinem Genie entnehme, sondern den gängigen Kategorien aus dem Alltag. Will ich beispielsweise eine Briefmarke nach Mexiko am Automaten kaufen, wo finde ich Mexiko? Na unter ‚Rest der Welt‘ natürlich. Das erspart lästige Unterscheidungen in Länder. Es ist ja auch leichter zu sagen, „ich habe Urlaub in Afrika gemacht“, als sich den Namen Nigeria zu merken…

Das heißt, dass unser Mexikaner schon ganz schön Glück gehabt hat ein Visum für seinen Studienaufenthalt zu bekommen. Bei anderen Menschen scheitert es schon dort. Nicht alle bekommen ein Visum und schon gar nicht alle können ein Visum bezahlen. Erst recht nicht, wenn die Bürokratie die Hartnäckigkeit eines jeden Antragsstellers herausfordert, wenn dem Visumantrag erst nach drei Absagen stattgegeben wird. Da braucht man schon einen langen Atem und vor allem Geld, um dahin gehen zu können, wohin man will.

Doch komme ich mal zu dem Paradox Visaantrag. Der übliche Vorgang, wenn man ein erneutes Visum im Land selbst beantragen möchte, ist wie folgt: Man füllt einen ellenlange Formbogen aus zu seinen persönlichen Angaben und seinem Antrag selbst. Dabei ist es schon höchst ratsam entweder perfekt Deutsch oder wenigstens gutes Englisch zu verstehen. Das kann man schon erwarten von einem Ausländer nach 4 Monaten in Deutschland.

Nun geht der Prozess zur nächsten Station über: Gehe zum Einwohnermeldeamt und melde deinen Wohnsitz an! Das hört sich ja alles ganz nett an, aber da gibt es doch ein kleines bescheidenes Problem. Natürlich wird keine Wohnsitzattestation ausgestellt, wenn der Antragstellende keinen Identitätsnachweis vorlegen kann. Der Pass allerdings, der liegt geduldig in einer Schublade der Ausländerbehörde und wird auch erst wieder herausgegeben, wenn der Visabescheid rausgeht. Das ist schon ein wenig merkwürdig, könnte man da denken. Kein Visum ohne Wohnsitz, aber keinen Wohnsitz ohne Visum? Nun ja, da muss eine höhere Logik dahinter stecken, die einem nicht auf den ersten Blick zuteil wird.

Nächste Station: verlängere deine Krankenversicherung! Ich brauche es kaum noch schreiben, eine Krankenversicherung ist natürlich an ein gültiges Visum geknüpft. Kein Visum, keine Krankenkasse. Keine Krankenkasse, kein Visum. Trotz allen Bemühens wird einem auch hier die Logik des Ganzen nicht ganz deutlich. Vielmehr ist hier der Punkt erreicht, wo die Mehrheit der Fremdkörper im schönen Deutschland aufgibt, freiwillig gleich morgen abreist und sich der deutschen Bürokratie gegenüber geschlagen gibt.

Ich könnte ja anfangen davon zu reden, dass ein Visum generell eine Regel ist, die gemacht ist von denen, die einst andere Länder eroberten und nun Angst haben, dass die Bewohner jener Länder ihre Chefs mal besuchen kommen und nach Arbeit und einer Lebensperspektive fragen. Diese Regel gilt dem Protektionismus. Wird auch sonst der Liberalismus immer hochgehalten, hier hört er auf. Aber Liberalisierung gilt ja sowieso immer nur für die anderen. Die anderen sollen schön ihre Märkte öffnen, die anderen sollen ihre Arbeitsschutzgesetze lockern. Die anderen, aber eben nicht wir. Wir sind ja schließlich Deutschland. Da wird Freiheit und Demokratie noch ganz groß geschrieben!

Marieke Wagenhäuser

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