Habe Mut, dich deine eigenen Verstandes zu bedienen

– Resumen –

Los sistemas de educación en Europa se encuentran en cambio hace una década. En el año pasado muchas manifestaciones fueron la reacción de los alumnos y estudiantes a estos cambios. Después de que los estudiantes en Austria han ocupado las aulas, también en Alemania siguieron manifestaciones y ocupaciones. Sin embargo, no todas las de­mandas de los huelguistas pueden ser realizadas en la manera deseada. Antes de intro­ducir las reformas deseadas la gente tiene que pensar sobre las consecuencias. De cual­quier manera un cambio es necesario ¡ahora!.

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– Información sobre las manifestaciones estudiantiles en Alemania –

Problemas actuales del sistema de educación:

El Tratado de Bolonia introdujo en Europa un sistema uniforme para los estudiantes.  En consecuencia de este cambio las carreras básicas se vuelven más cortas, es decir, que los estudiantes actuales tienen que absorber más o menos el mismo contenido en menos tiempo. Eso causa una presión enorme para los estudiantes. La única meta es de formar en poco tiempo  trabajadores calificados para el mercado económico. Así, los estudiantes tienen poco tiempo de buscar su camino de vida o de eventualmente cambiar la carrera de estudios.  Tampoco tienen el tiempo para implicarse en la política de la Universidad o en movimientos estudiantiles.

Además, el Estado alemán no apoya suficientemente al sector de educación. Por eso, las universidades tienen que luchar con poco espacio para enseñar y con poco personal. Los Estados Federales intentan confrontar la situación subiendo el promedio general de aceptación o introduciendo cuotas semestrales. Este enfoque ex­cluye a muchos estudiantes de la posibilidad de estudiar donde y lo que quieran. Por el otro lado, los Estados Federales que han quitado las cuotas tienen problemas por la gran demanda de estudiantes.

Movimientos estudiantiles:

En los últimos meses ha habido muchas manifestaciones y ocupaciones de aulas por parte de estudiantes en Austria y Alemania. Sin embargo, no todos los estudiantes se implican por miedo de no poder recobrar los cursos perdidos.

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Bildung – das ist ein Thema von großer Bedeutung für alle. Die westlichen Bil­dungsstandards entwickeln sich momen­tan immer mehr in Richtung Wirt­schaft­lichkeit. Die Bildungswege sollen verkürzt werden: In Deutschland wird das Abitur nun nach 12 Jahren erlangt, das so­genannte 8-jährige Gymnasium (G8) wur­de in allen Bundesländern auf den Weg gebracht. Auch das Grundstudium soll mit dem Bachelor nur noch 6 Semester dau­ern. So wird erreicht, dass junge Ar­beitskräfte möglichst früh für den Ar­beitsmarkt verfügbar sind. Das auf­klärerische Ideal Kants rückt dabei immer mehr in den Hintergrund. Ein Studium dient nicht mehr der Öffnung des Geistes und der Förderung ei­genständigen Den­kens, Schüler und Studenten werden viel­mehr dem Bedarf der Wirtschaft ent­sprechend ausgebildet.

Dennoch ist die öffentliche Auseinan­dersetzung mit dieser Thematik oft nicht sehr ausgeprägt. Schüler und Studenten machen deshalb im Rahmen des Bil­dungsstreiks seit einigen Jahren immer wieder auf Missstände in unserem Bil­dungssystem aufmerksam. Im letzten Jahr erreichten diese Proteste mit den bun­desweiten Demonstrationen vom 15. bis 19. Juni sowie den Besetzungen zahl­reicher Bildungseinrichtungen im No­vember einen Höhepunkt. In diesem Zusam­menhang wird schnell vergessen, wie viele Schülerinnen und Schüler in der Bewegung aktiv sind. Neben den Uni­ver­sitäten wurden auch einige Schulen be­setzt.

Die Forderungen von Schülern wie Stu­denten sehen eine Demokratisierung des Bildungssystems vor. Der Schulbesuch soll für alle kostenlos sein, in den Schulen sollen kleinere Klassen eingerichtet und mehr Lehrer und Lehrerinnen eingestellt werden. Außerdem soll die Schulzeit­verkürzung zurückgenommen werden. Der Einfluss der Wirtschaft soll in allen Bildungseinrichtungen abgebaut werden.

In den Hochschulen wurden die For­derungen noch weiter ausdi­ffe­renziert. Diese sollen sozial geöffnet werden. Das heißt, es sollen Stu­dienplätze ausgebaut und somit Zulas­sungsbeschränkungen wie der Numerus Clausus abgeschafft wer­den. Studien­gebühren soll es in keinem Bundesland mehr geben, die Diskri­mi­nierung vor allem ausländischer Stu­denten soll beendet werden. Zudem wird der Bologna-Prozess angegriffen: Der Bache­lor-Abschluss soll in seiner derzei­tigen Form nicht fortbestehen. Der stän­digen Überprüfung durch Anwesen­heitspflicht und unzählige Klausuren soll Einhalt geboten werden. Studenten sollen die Möglichkeit erhalten, individuelle Schwer­­punkte im Studium zu setzen und die Hochschule tatsächlich problemlos zu wechseln – letzteres ist zwar theoretisch durchaus gewollt, wurde praktisch aber fast gar nicht durchgesetzt. Des Weiteren wird mehr Mitbestimmung in Hoch­schul­gremien und sogar auf landes­politischer Ebene angestrebt. Insgesamt sollen mehr Lehrkräfte angestellt und mehr Räume zu Verfügung gestellt wer­den.

Doch welche Folgen hätte die Umsetzung dieser Forderungen? Würde eine Er­fül­lung dieser Erwartungen tatsächlich per­fekte Lernzustände schaffen? Diese Fragen lassen sich nicht leicht für alle Forderungen beantworten. In einigen Fäl­len jedoch ist eine genauere Be­trachtung interessant.

Die Abschaffung der Studiengebühren und des Numerus Clausus sind leicht ein­schätzbar, da in manchen Teilen Deutsch­lands und bei einigen Studien­gängen be­reits die geforderten Be­dingungen herr­schen. In Hessen wurden 2008 die Stu­diengebühren abgeschafft und somit die gleichen finanziellen Perspektiven für Studenten eröffnet wie in den neuen Bundesländern. Seitdem gibt es einen enormen Ansturm auf hessische Univer­sitäten. Allein an der Universität Kassel gab es im Win­tersemester 2009/2010 über 5.000 Stu­dienanfänger. Die Universi­tät ist aufgrund dieser Zahl neuer Stu­dierender völlig überlastet. Die Studenten müssen sich in viel zu kleine Hörsäle drängen, sitzen auf dem Boden, stehen zum Teil sogar, während sie die Vorlesung hören. Videoübertragungen der Veran­stal­tungen sind keine Seltenheit, in Seminaren, die für eine große Gruppe von maximal 60 Studenten ausgelegt sind, sitzen plötzlich 120. Einige Verans­tal­tungen beginnen schon um 7.00 Uhr, andere enden erst um 22.00 Uhr. Es sind weder ausreichend Lehrkräfte noch ge­nügend Räume für die Vielzahl an Studenten vorhanden. Nun wird in eini­gen Fachbereichen sogar über die Einführung eines Numerus Clausus disku­tiert, damit die Studienbedingungen für die bereits Eingeschriebenen wieder besser werden. In Abstimmungen stimm­ten Studenten einiger Fachbereiche mehr­heitlich für diese Zulassungs­bes­chränkungen. Es zeigt sich also, dass eine Aufhebung von Studiengebühren und Nu­merus Clausus nicht sehr leicht durchzu­füh­ren ist. Um die große Anzahl neuer Studenten zu tragen, müssen zunächst an­dere Standortvoraus­setzungen ge­schaf­­­­fen werden.

Außerdem ist fraglich, ob es für Schüler nach Abschaffung der Studiengebühren überhaupt noch den Anreiz gäbe, an man­chen ostdeutschen Universitäten zu stu­dieren. Abgesehen von einigen  reno­mmierten Ausnahmen könnte es eine star­ke Fluktuation in Richtung Westen ge­ben. Insgesamt ist es schwierig, jegliche Zulassungsbeschränkung zu beenden, da damit auch die Verteilung der Studenten auf die Universitäten Deutschlands ge­regelt ist. Wenn es diese Regulierung nicht gäbe, würde vielleicht die Hälfte aller Schüler an der Freien Universität in Berlin studieren wollen – oder in Freiburg. Sicherlich ist der Numerus Clausus nicht die beste Alternative, eine solche Be­schrän­kung vorzunehmen, da die Abitur­note keineswegs bundesweit ver­gleichbar ist und in den meisten Fällen auch nicht die tatsächliche Eignung für das jeweilige Studienfach anzeigt. Aber völlig ohne Re­gulierung für die Aufnahme eines Studi­ums ginge es leider auch nicht.

Um die Bedingungen an den Hochschulen zu verbessern und neue Räume zur Ver­fügung zu stellen sowie Lehrkräfte ein­zustellen, bedarf es einiger finanzieller Mittel. Diese aufzubringen ist nicht immer leicht. Da Deutschland aber im euro­päi­schen Vergleich bisher einen recht niedrigen Bildungsetat hat, sollte eine Debatte darüber entstehen, wie viel uns eine gute Bildung für die kommenden Generationen wert ist. Ohne Frage ließe sich mehr Geld für Bildungsausgaben auf­bringen. Doch auch das Geld, das bisher in die Bildungseinrichtungen ge­steckt wird, kann zu einem großen Teil sinn­voller genutzt werden. So wird zum Beispiel ein neues Gebäude auf dem Cam­pus gebaut – und darin befinden sich letztendlich hauptsächlich Büros für die Angestellten und einige kleinere Seminar­räume. Wenn diese Seminar­räume jedoch für 12 Studenten ausgelegt sind, in einem Seminar aber fast nie weniger als 25 Teilnehmer sind, handelt es sich wohl um eine Fehlinvestition.  Zudem ist fraglich, wie sinnvoll die neuen Büros und der Aus­bau der alten Büros zu Selbstlernzentren der Bibliothek wirklich sind. Vielleicht wären größere Seminar­räume und Hör­säle wichtiger. Die Verbesserung der universitären Standort­voraus­setzungen ist also ein Punkt, an dem man die Ver­bes­serung der Lernbe­dingungen beginnen kann und sollte.

In Hinsicht auf den Bologna-Prozess hat der Bildungsstreik eine fast ironische Wendung genommen. Auf der einen Seite gab es die Streikenden, die Besetzer, die sich nicht um die verpassten Veran­stal­tungen scherten. Ihnen gegenüber stan­den jedoch Studierende, die nicht strei­ken wollten, die kein Verständnis für die Protestler aufbringen konnten. Diese wol­lten ihre Veranstaltungen nicht verpassen und fanden es unerhört, dass ihre Hörsäle besetzt wurden und einige Vorlesungen deswegen nicht stattfinden konnten. Wäh­rend sie sich über die Streiks beschwerten, erkannten sie nicht, dass sich die Studenten im Bildungsstreik ge­nau gegen das einsetzten, das sie so einschränkte: Anwesenheitspflicht und Klausuren. Um nichts zu verpassen und keine Fehlstunden eingetragen zu bekom­men, gingen viele Studenten wei­terhin in die Veranstaltungen und unterstützten ihre Kommilitonen nicht. Diese Ironie sollte auch den Politikern nicht verborgen bleiben. Wenn die Studenten nicht einmal die Zeit und das Verständnis haben, sich für ihre In­teressen einzusetzen, ist das sehr schade.

Oft wird gesagt, die jüngere Generation interessiere sich nicht für Politik. Die Frage ist jedoch, ob es überhaupt noch zugelassen wird, dass Studenten sich für Politik interessieren. Mit dem Bachelor sind die meisten schon fertig, wenn sie sich gerade in das System der Universität eingelebt haben. Das erschwert es, sich in der Hochschulpolitik zu engagieren. Und denjenigen, die länger an der Universität bleiben als es die Regelstudienzeit vor­schreibt, wird vorgeworfen, sie hätten sich nicht genug angestrengt. Abgesehen davon – wie viel wurde von den Demon­strationen des Bildungsstreikes berichtet? Nun wurden Schüler und Studenten ein­mal politisch aktiv, und es wird von der Öffentlichkeit weitgehend ignoriert.

Letztendlich steht fest, dass sich an deutschen Schulen und Hochschulen einiges ändern muss. Es sollte aber nicht kopflos reformiert werden, sondern zuvor über die Konsequenzen der jeweiligen Maßnahmen nachgedacht werden. Den­noch – wenn Deutschland die Ausbil­dung der Jüngeren wichtig ist, sollte möglichst bald gehandelt werden. Die derzeitigen Missstände werden sich nur noch ver­schärfen. Wenn durch die Schul­zeit­verkürzung in den einzelnen Bundes­län­dern bald sowohl Schüler, die noch 13 Jahre in die Schule gingen, als auch die neu­en G8-Schüler gleichzeitig einen Stu­dienplatz suchen, werden die Proble­me noch schwerer wiegen. An diese nahe Zu­kunft sollte besser schon heute ge­dacht werden.

Belinda Grasnick

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