“You speak English?”

– Resumen –

„You speak English?“- una frase tan simple y tan evidente que no puedo imaginar alguien contestando con ‚no‘. Inglés nos conecta con el mundo. Yo como estudiante tengo una educación sólida en inglés. Fácilmente puedo comunicarme con los estudiantes extranjeros. Aunque cada uno viene de otro país el contexto académico nos une. Podemos salir juntos y comunicarnos en inglés. Igual como turista la vida es tan fácil! No importa a donde voy puedo estar tranquila

sabiendo que los empleados del hotel me van a hablar en inglés así que la Tailandesa cuando me pregunta si quiero un masaje. Al final, claro no quiero olvidar a los políticos y los empresarios. Inglés nos da el sentimiento de importancia y de orden. Si en cualquier país del mundo el ‘orden’ está en juego, puedo estar segura que habrá una conferencia internacional en la que ‘la gente importante’, nuestros jefes de gobierno, van a discutir en inglés sobre el futuro del mundo.

La pregunta mas interesante me parece : quién no habla inglés? Todavía hay una especie de gente en este mundo que no habla inglés. La generación de mis abuelos pasó su juventud en la guerra. Y después había seguramente otras necesidades que aprender inglés. Me pregunto que perspectiva tiene mi abuela de un mundo en el que ya no puedes comprar crema corporal pero body lotion? También me pregunto que tan alta es la posibilidad  que un Malí hable inglés tomando en cuenta que 76% de su población no conoce suficientemente su propia lengua ? O un campesino mexicano que pasó su vida entera en el campo y que nunca en su vida ha tenido la oportunidad de terminar o ir a la escuela ? Para que sirve entonces un artículo académico en inglés sobre la situación difícil de los campesinos si el ya no entiende nisiquiera español ?

No se puede negar las ventajas de inglés. Inglés nos une, nos facilita la comprensión del mundo. Pero al mismo tiempo no se debe olvidar que también nos separa. Sobre todo separa la gente pobre o ‘con menos  estudios’ de la gente rica de los países industrializadas. 

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Englisch ist Weltsprache.  Ich spreche Englisch, also kann ich mit der Welt sprechen. Englisch verbindet mich mit der Welt. Das gibt mir die Sicherheit, dass man mich versteht. Denn das ist wichtig, verstanden werden. Es ist wichtig, weil ich mir wichtig bin. Aber es reicht schließlich nicht sich selbst wichtig zu sein.  Denn in meiner Bedeutung werde ich erst wahrgenommen, wenn  die anderen mich wahrnehmen, mich verstehen, meine Bedeutung anerkennen. Sonst bin ich einfach für mich alleine wichtig, existiere für mich allein. Wahrnehmung und Anerkennung muss ich mir also verschaffen, damit ich, mein Leben und meine Wünsche wichtig sind.

Englisch ist eine Weltsprache. Geschätzte 340 Millionen Menschen sind englische Muttersprachler. Bis zu einer Milliarde Menschen sprechen Englisch als ihre zweite Muttersprache. Doch die Anzahl der Muttersprachler sind nicht die, die Englisch zur Weltsprache gemacht haben, schließlich leben circa 1,330 Milliarden Menschen in China und sprechen Chinesisch.  Warum also lernen wir nicht Chinesisch als erste Fremdsprache in der Schule? Warum ist Chinesisch nicht Weltsprache? Oder Spanisch?

Weil es darum geht wer Englisch spricht und nicht wie viele Menschen.

Wer also spricht Englisch neben den 340 Millionen Muttersprachlern? Wen verbindet denn tatsächlich die englische Sprache? Einmal verbindet mich Englisch mit meinen ausländischen Freunden aus der Universität. Viele sprechen kein Deutsch, denn sie studieren hier in der Uni auf Englisch. Also brauchen sie nicht notwendigerweise Deutsch erlernen. Die Kommunikation ist leicht. Jeder hat in seiner Heimatuni Englisch gelernt, jeder von uns hatte eine mehr oder weniger solide Ausbildung. Der akademische Kontext verbindet uns alle. Außerdem kann man leicht einen netten Abend miteinander verbringen unter Menschen mit den verschiedensten Muttersprachen. Man einigt sich also auf den gemeinsamen Nenner Englisch, das erleichtert die Kommunikation.

Und wer noch? Die Wirtschaft. Jeder, der an der großen internationalen Familie teilhaben will, spricht Englisch. Will ich mit einem Japaner darüber verhandeln, ob wir nun einen Vertrag über 15 Millionen Dollar abschließen oder nicht, ist es schon besser sich nicht auf Körpersprache und Handzeichen verlassen zu müssen. Englisch vereinfacht die Sache. Ich muss nicht Japanisch lernen, mein Gegenüber nicht Deutsch. Und doch verstehen wir uns und am Ende ist ein Vertrag über 15 Millionen unter Dach und Fach. Ein Erfolg.

Und wer noch? Ich, der Tourist. Ich lerne einfach ein Mal Englisch, dann ist die Sache erledigt. Dann kann ich reisen, wohin ich will und ich kann mir sicher sein, dass der Taxifahrer mit mir Englisch sprechen wird, ebenso wie die Hotelangestellten und der Barkeeper. Ebenso kann ich mir sicher sein, dass mich die Tailänderin versteht, wenn ich in gebrochenem Englisch sage: „I’d like to have a massage!“ oder das Kind, das in Rio de Janeiro vor dem Flughafen Armbänder verkauft, wenn ich sage: „Two for me please! How much does it cost?“. Nun gut, darüber geht die Konversation dann aber auch wahrscheinlich nicht hinaus. Ich darf nicht unbedingt davon ausgehen, dass mein Gegenüber wie ich die Möglichkeit hatte, solide 13 Jahre die Schulbank zu drücken und dabei die Pflichtausbildung in Englisch mitzunehmen.

Und wer noch? Natürlich sollte man nicht all die coolen Guys vergessen. English ist ihr Business. Da wird gerappt, promotet, gemanagt, gedealt, gecovert und getourt. English Songs sell. Englisch verkauft den Hauch von Gangsterdasein, von Glamour, von American Dream, von Weltballaden à la Mariah Carey, von Beliebtheit und Coolness. Ob im Film oder im Musik Biz- English sells. Und wer’s nicht professionell macht und nicht im Showbusiness heimisch ist, der legt wenigstens Wert darauf, dass gesurft, gechattet, getextet,  gedownloadet, gechillt und gelollt wird.  Es grenzt an ein Wunder, dass mein deutsches Computerrechtschreibsystem diese Wörter nicht mal rot unterkringelt. So selbstverständlich sind sie Teil unserer deutschen Sprache. Wir brauchen Englisch, denn unsere deutsche Sprachenwelt ist in gewissen Bereichen dramatisch abhängig von englischen Wortneuschöpfungen und anglo-deutschen Neologismen.

Und wer noch? Last but not least natürlich die Politiker. In internationalen Konferenzen treffen sie sich, um gemeinsam über die Welt zu verhandeln. Auf Englisch wird dann über die Reduzierung der Treibhausgase diskutiert, über die Gefahr der Erderwärmung, über den internationalen Terrorismus, über eine gemeinsame Entwicklungspolitik etc. Diskutiert wird auf Englisch oder mit Hilfe von Dolmetschern. Englisch ist die Sprache des Ordnens, des Regelns und Eingreifens. Immer dann wenn der internationale Weltfrieden, das Gleichgewicht ins Wanken gerät, wenn der texanische Autofahrer plötzlich einen Dollar mehr für sein Benzin bezahlen muss, dann tritt das Englische auf den Plan. Englisch heißt dann: Achtung, jetzt geht’s uns alle an! Pass auf, gleich kommen wir in dein Land, um die Ordnung wieder herzustellen!

Die Liste könnte wahrscheinlich noch geringfügig um einige positive Beispiele der internationalen Kommunikation erweitert werden. Viel spannender ist aber eigentlich zu fragen, wer spricht denn kein Englisch? Ja, ja, solche merkwürdigen Exemplare gibt es angeblich noch. Ich weiß nicht, wie sie es geschafft haben, sich der Weltsprache Englisch zu entziehen. Wie sie überhaupt überleben können, in ihrer Einsamkeit und Isoliertheit. Ohne Teil dieser großen Welt zu sein, verbunden mit Millionen Freunden überall auf dem Globus. Warum geht ihr nicht in die Schule und lernt Englisch? Es würde euch allen besser gehen! Mit einem Schlag hättet ihr Millionen neue Freunde. Endlich könntet ihr euch in Facebook einklicken und wärt befreit von der Last ein ewiger Quergänger zu sein. Einer, der sich nicht integriert.

Und wieder sind wir bei der Wer-Frage angelangt. Nur muss die Frage ein wenig anders verstanden werden. Man könnte sie zum Verständnis etwa so formulieren: wer ist denn so unwichtig, dass seine Sprache nicht Weltsprache ist? Wer gehört nicht zu den Milliarden Menschen, deren Bedürfnisse so wichtig sind, dass sie die Weltsprache bestimmen, dass sie die Welt ein einziges großes „Zuhause“ nennen können?

Ich brauche gar nicht weit gehen, um diese Quergänger ausfindig zu machen. Ich gehe raus auf die Straße. Da drängt sich schon eine große Menschenschlange vor dem Geldautomat. Was ist heute los? Spuckt der Geldautomat etwa Geldnoten aus? Nein, Hartz IV spuckt der grausame Geldautomat aus. Ein Mal im Monat kann man dann Zeuge dieses Spektakels werden. Hier in Nordhessen ist die Arbeitslosigkeit größer als in unserem reichen Norden, in unserem europäischen Finanzentrum Frankfurt. Da, wo sich die Welt trifft. Hier haben die Menschen mit anderen Dingen zu kämpfen, als mit den neusten Börsenergebnissen. Ein Großteil hat nie Englisch gelernt. Viele wurden, gleich nach der Grundschule aussortiert. Man schickt sie auf ihre eigene Schule. Da sind sie unter sich auf der Hauptschule oder der Realschule. Niemand belästigt sie da mit Englisch. Außer vielleicht ein paar ideologischen jungen Lehrern.

Ich gehe ein bisschen weiter, aber nicht viel. Meine Großmutter gehört noch zu der Generation, die ihre Jugend im Krieg verbracht hat. Eine Schule gab es da nicht. Englisch gab es da nicht. Mein Großvater ging gerne zur Schule. Gerne wäre er auch auf ein Gymnasium weitergegangen. So wie sein Freund, der Sohn einer reichen Familie, der später Arzt geworden ist. Doch das Geld war nicht da. Da blieb ihm nur immer mal heimlich einen neidischen Blick in die Bücher seines Freundes zu werfen.  Und dann kam ja auch schon der Krieg. Diese Generation spricht zu großen Teilen kein Englisch. Aber dies ist ja sowieso die Generation der Alten, derer, die kein Geld mehr in unsere große schöne Welt tragen. Eher brauchen sie Geld. Doch wer hört sie? Wer versteht sie? Und was verstehen sie von dieser Welt, in der man keine Körpercreme, sondern Bodylotion kauft?

In Afghanistan ist die Alphabetisierungsrate 28%, im Senegal 39,3% in Papua-Neuguinea 57,3%, in Nigeria 28,7%, in Mali 24%. Was das heißt: in diesen Ländern beherrschen 42,7% bis 76% der Bevölkerung nicht die eigene Landesschriftsprache. In diesen Ländern haben die Menschen bereits Probleme, wenn sie auf einer Behörde ein Formular ausfüllen sollen. Wie hoch ist die Chance, dass jemand, der die eigene Landessprache nur zur Hälfte oder weniger beherrscht Englisch spricht? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Mensch gehört wird? International gehört wird? Klein, oder vielleicht gar nicht vorhanden. Nicht nur weil er kein Englisch spricht, sondern weil er nicht wichtig ist. Weil er vermeintlich nichts von Interesse zu sagen hat. Schließlich hat er sein kleines Dorf nie verlassen, schließlich kann er sich nicht äußern zur Immobilienkrise. Die eigene Immobilie mit Plastikplanen und Karton zusammenzuhalten kostet nämlich schon die gesamte Arbeitskraft. Da ist nichts mehr übrig.

In Mexiko leben etwa 109.960.000 Einwohner. Neben dem Spanischen sind allein 62 indigene Sprachen als Nationalsprachen anerkannt. Dies repräsentiert allerdings nur einen Bruchteil der gesprochenen Sprachen und Dialekte in Mexiko. Von den 13% als Mexikaner indigener Herkunft eingestuften Menschen sind geschätzte 7,1% Muttersprachler einer indigenen Sprache. Was das heißt? Das heißt, dass für 7.807.160 Menschen aus Mexiko Spanisch eine Fremdsprache ist, die sie auch nur erlernen, wenn sie können oder müssen. Häufig kommt es zu Nachteilen vor Gericht oder zu Schlechterstellungen von Menschen indigener Herkunft, wenn sie nicht fähig sind, sich auf Spanisch auszudrücken. Viele dieser Menschen leben heute in extremster Armut, meist am Rande der mexikanischen Gesellschaft mit wenig Aussicht auf sozialen Aufstieg, Bildung und Karriere im internationalen Business. Wie hoch ist die Chance, dass ein Campesino indigener Herkunft, für den selbst Spanisch seine Zweitsprache ist und der sich und seine Familie nur mit Mühe am Leben halten kann, Englisch versteht? Wie hoch ist die Chance, dass er sein Kind auf eine Schule schickt, wo es auch länger bleiben kann als die wenigen Pflichtjahre, damit es überhaupt so weit kommt Englisch zu lernen? Wie hoch? Und was nützt es ihm einen intelligenten Kommentar eines Akademikers über die soziale Lage der Campesinos in Mexiko in einer Zeitung auf Englisch zu lesen, wenn er den Artikel nicht mal versteht, wenn man ihn ihm auf Spanisch übersetzt?

Und wieder frage ich mich: Wen verbindet eigentlich Englisch? Wer wird verstanden? Wer wird wahrgenommen? Wessen Themen sind wichtig? Und wer ist es eigentlich, der Englisch zu einer Weltsprache macht?

Ich möchte nicht die Wichtigkeit des Englischen negieren. Englisch ist eine verbindende Sprache, die vieles ermöglicht. Doch gleichzeitig darf man nie aus dem Auge verlieren, dass sie nicht nur verbindet, sondern auch ausschließt, isoliert, abwertet und vergisst. Es ist illusorisch mit einer Sprache alle Menschen erreichen zu wollen und allen Menschen somit Gehör zu verschaffen. Das ist schlichtweg nicht möglich.  Es soll auch vielleicht gar nicht Ziel sein. Auf keinen Fall aber sollte man sich der Illusion hingeben unsere moderne Welt geprägt durch das Englische umfasse alle Menschen, mache alle Menschen zu Teilhabern am internationalen Geschehen. Schließlich ist ja alles auf Englisch, alles im Internet. Da hat ja jeder Zugriff drauf, das kann ja jeder verstehen. Eben nicht. Englisch verbindet und Englisch separiert. Beides sollte nicht vergessen werden.

Vielleicht bin ich etwas nachsichtiger, wenn ich das nächste Mal frage: „You speak English?“ und ich nur ein ratloses Kopfschütteln als Antwort bekomme.

Marieke Wagenhäuser

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