Die Côte d’Azur: Die Nacht ist der Tag der Armen

-Zusammenfassung-

Al caer la nochecita empieza el día de los pobres. Invisibles durante el día, se convierten en el imagen dominante de la ciudad Niza, uno de los lugares mas ricos situados en la Costa Azul en el sur de Francia.

Se ponen en la cola. Sus manos tiemblan por el frío. Ansiósamente toman la sopa y el café caliente que se les ofrece a ellos. Algunos han esperado la distribución de sopa por mucho tiempo. Unos mas esperan hasta el final de la distribución con la esperanza de que haya quedado algo: un pan, un vaso de leche. Cuando el camión que reparte los alimentos se va, todavía una anciana permanece ahí con sus bolsas que contienen todo lo que posee.

El paseo nocturno por el malecón es el lugar donde trabajan los sirvientes del amor. Raras veces el caminante puede echar un vistazo a sus rostros. Quizás por pena prefiere continuar su camino rápidamente. Así, estos sirvientes siguen siendo personas anónimas con botas de cuero.

Inmigrantes africanos venden gafas de sol a unos metros antes de la Gran Plaza Masséna. Pocos se detienen para comprar lo que ofrecen. Sus rostros permanecen cubiertos bajo la sombra de las entradas de los comercios donde suelen estar parados. Inusuálmente ahora se pueden encontrar  mas de ellos. Es por la llegada de sus hermanos africanos que vienen desde Italia después de su viaje en un bote improvisado; un viaje largo y peligroso desde Libia. Aquí en Francia, igual que en sus países de origen se encuentran en la ilegalidad. Por eso no pueden salir en la luz del día.

Cuando la mañana se acerca y la luz ahuyenta a la noche, las pesadillas desaparecen. Ya no hay mucho frío. El sol calienta a la gente que camina por la calle. Es un buen día para hacer un  pequeño paseo en yate por  la vastedad del mar azul.

La Costa Azul es la región de los ricos. En el día.

_____

Ein kleiner Lieferwagen fährt durch die dunklen Straßen Nizzas. Sein Ziel – ein kleiner eingezäunter Platz abseits des Stadtzentrums. Seine Ankunft wird schon sehnsüchtig erwartet, eine Menschentraube drängt sich an die Gitter. Doch noch wird die Tür nicht geöffnet. Erst werden die Tische aufgebaut. Erst wenn alles arrangiert ist, jeder Helfer an seinem Platz steht und mit seiner Aufgabe betraut ist, wird die Tür aufgeschlossen. Schnell drängen die Menschen zu den Tischen. Das heutige Menü: eine Schale heiße Suppe, Brot, eine Cola, ein Stück Schokolade, heißer Tee und Kaffee. Die Hände greifen nach allem, was sie haben können. Es sind alte Hände, junge Hände, schwarze Hände und weiße Hände. Aber alle zittern sie vor Kälte. Selbst an der Côte d’Azur ist nun der Winter eingezogen. Der heiße Atem kondensiert sofort in der winterlichen Nachtluft. Wer die Nacht nicht zu Hause verbringen kann, hat Glück, wenn er heute den Weg bis hierher an den warmen Suppentopf geschafft hat. Viele Männer sind gekommen, wenig Frauen, viele Ausländer und wenig Franzosen. Die Frauen trauen sich nicht, sagt man unter den Helfern. Und die Franzosen seien zu stolz. Ein Mann bittet darum ein bisschen Milch für seine schwangere Frau zu bekommen. Ob sie nun wirklich schwanger ist, ist schwer zu beurteilen angesichts dieser mageren Figur. Ein paar Menschen füllen sich ihre mitgebrachten Plastikflaschen mit heißem Kaffee. Andere harren bis zum Schluss aus, um übrig gebliebene Reste mitzunehmen. Als schon die letzten Tische wieder eingepackt werden, sitzt dort immer noch eine alte Frau. Ihr gesamtes Hab und Gut hat sie in Tüten neben sich liegen. Noch immer wärmt sie sich ihre Hände am vom Kaffee heißen Plastik ihrer Flasche. Als der Lieferwagen wieder um die Ecke biegt, winkt sie ihm hinterher. Ihre Gestalt wird immer kleiner und verschwindet bald ganz in der Nacht.

An der Strandpromenade stehen die Arbeiter und Arbeiterinnen der Nacht. Sie sind da, um den Rast- und Liebeslosen der Nacht zu dienen. Trotz kalter Nacht sind die Röcke kurz. Mit starrem Blick wandern die Frauen und Männer die Grenzen ihres Territoriums ab. Schnell wenden sie ihr Gesicht ab, wenn sich doch ein nächtlicher Spaziergänger auf dem Gehsteig verirrt hat. Selten bekommt man ein Gesicht zu sehen. So bleiben sie gesichtslose Gestalten aus hohen Schuhen, schwarzen Nylonstrümpfen, Perücken und falschen Ledermänteln. Der unbescholtene Bürger schwankt in seinem Urteil zwischen Mitleid und Abscheu. Ein rascher verlegener Blick, dann zieht er hastig weiter und atmet erst wieder aus, wenn er um die Ecke gebogen ist.

Vom Dunkeln der Nacht angezogen stehen sie da. Kurz vor dem Place Masséna haben sie ihre Tücher ausgebreitet. Sie verkaufen Sonnenbrillen, Taschen und vermeintlich afrikanische Schnitzereien. Sie selbst stehen verborgen in den Hauseingängen. Schatten verbergen ihre Gesichter. Sie sind jeder Zeit bereit die Tücher zusammenzuziehen, die Ware in ihre Taschen zu stecken und schnell weiterzuziehen. Die Passanten hasten eilig vorbei. Ein kurzer Blick auf die angebotene Ware und schon ziehen sie weiter. Es ist fraglich, wie hoch der heutige Absatz der Männer sein wird. Wahrscheinlich wird nichts übrig bleiben, um es an die Familien nach Afrika zu schicken. Wahrscheinlich wird es nicht mal für ein Dach über dem Kopf reichen. Und wahrscheinlich werden sie deswegen morgen wieder hier an der gleichen Stelle stehen und ihre Ware anbieten. Und noch dazu ist jetzt die Konkurrenz angestiegen. Von Menton aus, der Grenzstadt Frankreichs zum italienischen Ventimiglia, strömen ihre nordafrikanischen Brüder ins Land. Ausgezehrt und dezimiert von der gefährlichen Meeresüberfahrt sind sie nach Frankreich gekommen, um ihre Vorstellungen von Sicherheit zu realisieren und verbesserte Lebensbedingungen zu fordern. Für viele endet die Reise, wenn nicht in den Weiten des Mittelmeeres, dann an der Grenze zu Frankreich. Einige wenige, die sich über die Grenze schmuggeln konnten, sind nun hier. Sie sind einfach hier, mehr nicht. Sie führen eine Existenz, die dazu verdammt ist in der Dunkelheit und im Verborgenen stattzufinden. Die Illegalität treibt sie dazu. Vertrieben aus ihrem eigenen Land sind sie auch hier unwillkommen und reihen sich ein zu den ewigen Arbeitern der Nacht.

Die Dunkelheit neigt sich dem Ende zu und Sonnenstrahlen fallen auf die Stadt. Rollläden werden hochgezogen, Stühle rausgestellt, der Geruch nach warmem Brot strömt aus dem Bäckerladen. Die Alpträume der Nacht verschwinden mit dem Mond und die Sonne kämpft sich mit aller Macht an den Tag. Es verspricht ein guter Tag zu werden. Ideal zumFlanieren an der Strandpromenade, ideal für einen kleinen Bootsausflug auf dem azurblauen Meer.

Die Côte d’Azur ist die Gegend der Reichen. Am Tag.

Marieke Wagenhäuser

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