¿No me entiendes? Egal, das ist mein persönliches Spanisch!

El español siempre me ha fascinado. Por su rapidez y las emociones que transmite. Pero desde el principio tuve que aprender que no hay un español universal, que el castellano solo es un tipo de español entre muchos otros que existen en este mundo. Cada país, a veces cada región y cada pueblo no solamente tiene su propio dialecto pero también su propia variación del español enriquecida por palabras indígenas. Es por eso que aprender a hablar español no es algo fácil.

Empecé a aprender el español de España en la universidad con una maestra peruana. A pesar de que sus chamarras de alpaca eran lo más interesante de este curso, tuve que luchar con las dificultades de la gramática española, entre otras- ¡el subjuntivo! Instintivamente decidí dejar estos detalles para más tarde, para cuando sea una “pro” en el español. Tenía la esperanza que aun sin usar el subjuntivo los hispanohablantes me iban a entender. Y esta táctica se desarrolló rápidamente en mi forma de hablar. Un buen ejemplo de ello es mi diccionario mental donde visualizo mis pequeños errores cotidianos al comunicarme en español, pero que me recuerdan a situaciones graciosas y por eso no había querido corregirlos. La palabra número 1 dentro de este vocabulario se desarrolló al cabo de una cena con mi novio mexicano quién me invitó a comer. Muy contenta con la comida, le comenté: “¡Muy rica tu comida! ¡Solo está un poco contaminada para mí!”. Me tomó un poco de tiempo darme cuenta de mi error. Me equivoqué, pero bueno, las palabras “condimentado” y “contaminado” se parecen mucho, ¿no?

A pesar de estas fallas personales, hay un montón de palabras con diversos significados. Lamentablemente, nunca me acuerdo en que país no debería usar la palabra “coger” así que me decidí simplemente a nunca usarla y a  buscar un sinónimo. De esta forma estoy segura que no insulto a nadie. Pero además de eso, ¡hay palabras que solo existen en un país! Tomando el ejemplo de México, tuve la oportunidad de aprender unas particularidades del lenguaje mexicano con una amiga campechana –dígase de alguien nacido en el estado de Campeche-. Al cabo de un fin de semana, aprendí que “niño” se dice “chamaco” en México y que los habitantes de la ciudad de México son los “chilangos”, que las cervezas son “chelas” y que el trabajo es la “chamba” etc. Cuando terminó el fin de semana tuve que pasar por una pequeña prueba que aprobé con éxito diciendo a mi novio: ¡Te amo un chingo wey! ¡Yeah, ya había sido aceptada dentro del grupo de los Yucatecos! Pero, las pruebas no se acabaron con eso porque hay otra particularidad mexicana- ¡las palabras mayas! Estando en Yucatán aprendí palabras como “chichi” (abuela) o xik’ (axila). Los sitios turísticos tienen nombres difíciles como Dzibilchaltún o Xcalak. ¡Ay que difícil!

Al final de todo, me di cuenta que no soy la única que tiene un español muy particular. El español es un idioma que vive, que se desarrolla y que cambia de un lugar al otro y de una persona a otra. Es por eso que prefiero aprovechar de esa variedad utilizando las palabras más bonitas de cada cultura, en mi caso la “chichi” y el “chamaco”, quizás el “wey” y la “chamba”. Y si alguien no me entiende, no pasa nada. Me quedan mis manos y mis pies para hacerme entender.

Spanisch hat schon immer eine Faszination auf mich ausgeübt. Diese Sprache hat irgendwie Tempo und Emotion. Wenn zwei Spanier miteinander in ihrer Muttersprache quatschen- und quatschen ist für mich auf Deutsch irgendwie etwas gemütliches-, dann habe ich das Gefühl ein ICE fährt an mir vorbei, so schnell geht das, dass man fast keine Chance hat die einzelnen Wörter überhaupt von einander zu trennen, geschweige denn, ihnen auch noch einen Sinn zu geben. Dass es große Unterschiede gibt, auch was das Tempo betrifft, zwischen dem Spanisch aus Spanien und dem Spanisch aus Argentinien oder aus Mexiko, nun ja, das habe ich mir zwar irgendwie gedacht, aber so als Laie konnte ich da auch nie einen Unterschied heraushören. Jedoch gibt es Länder, die es einem wesentlich leichter machen Spanisch zu lernen als Spanien selbst. Es gibt neben dem ICE nämlich auch noch den Regionalexpress! Vielleicht muss jeder seinen persönlichen Zug finden, ich jedenfalls habe meinen gefunden und der heißt mexikanisches Spanisch! Aber gut ein Jahr bevor ich auf diesen Zug gesprungen bin, und erkannt habe, dass man Spanisch auch mit halbem Tempo sprechen kann, habe ich mich in zwei Unisemestern wie jeder Anfänger durch das spanische Spanisch (Kastilisch) gekämpft, das unter Akademikern oft als DAS Spanisch gehandelt wird. Dass dies natürlich ein Irrtum ist und eine Sprache kein abgestellter Waggon ist, sondern sich immer weiterentwickelt (auch in Spanien!) und es somit auch keine echte Sprache und einen Abklatsch von ihr geben kann, muss ich wohl kaum erwähnen. Aber der Correctness wegen möchte dies an dieser Stelle doch einmal klarstellen.

Da sitze ich also in meinem Uni-Spanischkurs und lerne Kastilisch von einer Peruanerin, deren täglich wechselnde Alpakapullover das heimliche Highlight des Kurses sind. Mühsam lerne ich so feine Dinge wie den Subjuntivo, die einem wirklich das Leben schwer machen. Irgendwann habe ich mich wahrscheinlich instinktiv dazu entschieden diese „Details“ für später aufzubewahren. Man wird mich auch ohne Subjuntivo verstehen. Wenn ich dann irgendwann mal Spanisch-Profi bin, dann werde ich mich noch um diese Feinheiten kümmern. Diese Strategie hat sich irgendwann als dominierend herausgestellt und zeigt sich beispielweise in meinem ganz persönlichen Spanischvokabular, welches sich aus den kleinen alltäglichen Irrtümern heraus entwickelt hat und welches ich mit der Zeit irgendwie lieb gewonnen habe und deswegen auch nicht bereit bin es immer zu korrigieren. Nummer 1 in diesem persönlichen Wörterbuch entstand aus der folgenden Situation: Ich bin bei meinem mexikanischen Freund zum Essen eingeladen. Lecker, sage ich ihm! “Pero bastante contaminado!” Contaminado? Er schaut mich aus großen Augen an. Ich wiederhole es noch mal: “Ja, muy contaminado, pusiste bastante pimienta!“ Spätestens dann lief ich rot wie eine Chilischote an. Da habe ich wohl was verwechselt, contaminado (verseucht) und condimentado (scharf)- wer kann das auch schon unterscheiden, wenn man versucht so schnell zu reden wie ein ICE? Egal, seitdem ist contaminado ein fester Bestandteil meines Vokabulars, schließlich erinnert es mich an diese lustige Situation- und Sprache soll doch schließlich leben!

Photo: WirNosotros

Aber mal abgesehen von diesen kleinen persönlichen fallas, die mit der Zeit (leider) immer geringer werden, hat das Spanisch mit seinen vielen nationalen Variationen seine kleinen ihm ureigenen Tücken, die auch ein Profi erst mal lernen muss. Da gibt es beispielsweise dieses böse Wörtchen coger. Ich kann mich nie erinnern in welchem Land ich dieses Wort besser nicht verwende, wenn ich nicht wild beschimpft werden will. Von daher habe ich so Sätze wie: „¿Puedo coger el siguiente tren?“ (Kann ich den nächsten Zug nehmen? Oder alternativ: Kann ich den nächsten Zug f***?) einfach ganz aus meinem Wortschatz gestrichen und rede anstatt von coger einfach lieber immer von tomar– da bin ich auf der sicheren Seite.

Natürlich gibt es zahlreiche Beispiele für Wörter, die im jeweiligen nationalen Kontext eine andere Bedeutung haben. Aber dann gibt es eben auch noch jene Wörter, die es einfach nur einem einzigen Land gibt und die bereits im Nachbarland schon nicht mehr existieren. Diese nationalen Spezialitäten kann man freilich auch nicht in einem universitären Sprachkurs lernen, da muss man sich schon ins Land selbst begeben oder eben viel Zeit mit Einheimischen verbringen. In Mexiko gibt es beispielweise zwei Kategorien von diesen ureigensten Wörtern. Die erste Kategorie umfasst Variationen des Spanischen, die es nur in Mexiko gibt. Ich kam noch in Deutschland in den Genuss eines Wochenend-Workshops, im Zuge dessen mir eine mexikanische Freundin eine persönliche Einführung in das „wahre“ Mexikanisch gab, an dessen Ende eine harte Prüfung auf mich wartete. Im Laufe dieses Wochenendes ergab sich eine lange Liste mit mexikanischen Wörtern und Ausdrücken, die ich mir aneignen sollte, falls ich bei meinem ersten Mexikobesuch nicht schändlich als hablante del español gachupín (Kastilischsprechende) auffallen wollte. Seitdem weiß ich nun, dass der Junge in Mexiko ein chamaco ist und kein niño, dass wey so etwas wie eine familiäre Bezeichnung für den (amerikanischen) dude ist- eine Bezeichnung, die man einfach universell an das Ende eines jeden Satzes hängen kann. Chilangos sind die Bewohner von Mexiko-Stadt, las chelas die cervezas, la chamba die Arbeit und und und… Am Ende dieses Workshops musste ich, wie bereits erwähnt, durch eine Art Taufe- also eine Reifeprüfung. Zwei Mexikaner und ein Gachupín mit Mexikoerfahrung waren die Jury und würden meinen Versuch eine Konversation auf Yucateco (ebenfalls eine Variation des mexikanischen Spanischs, welche auf der Halbinsel Yucatán praktiziert wird) zu führen mit kritischen Ohren begutachten. Ich wurde langsam nervös. Dann sagte ich zu meinem Freund: „Wey!“ Er:“Si wey?“ Ich: „Te digo la neta wey?“ (Soll ich dir die Wahrheit sagen Wey?) Er: „Dime la neta wey!“ (Sag mir die Wahrheit Wey!) Ich: “Te amo un chingo cabrón!” (Ich liebe dich echt scheiß viel du Mistkerl!) Yeah! Zwei applaudierende Mexikaner und ein „Halbmexikaner“ waren begeistert und hießen mich willkommen im Kreis der Yucatecos! Die Reifeprüfung war bestanden!

Pyramide von/Pirámide de Dzibilchaltún

Dann gibt es aber eben noch die zweite Kategorie von partikular mexikanischen Wörtern. Diese Kategorie an Wörtern ist dem Umstand geschuldet, dass die mexikanische Mayabevölkerung ihre Sprache bis heute praktiziert und so einige Wörter auch den Eingang in das mexikanische Spanisch gefunden haben. Da ich mittlerweile eigentlich ausschließlich „Mexikanisch“ spreche und somit viele Wörter auch erst im Land selbst gelernt habe, kenne ich die kastilischen Äquivalente teilweise nicht mehr. Maya-Wörter sind somit auch fester Bestandteil meines persönlichen Kauderwelsch-Spanisch-Vokabulars. Aber egal, das Maya-Mexikanisch ist sowieso viel schöner! Da gibt es so tolle Wörter wie chichi [Tschitschi] (Oma oder abuela), tuch [tutsch] (Bachnabel und was war das noch gleich auf Kastilisch? Vergessen.) oder xik’ [schik] (Axel, axila). Und auch die alten mexikanischen Kulturstätte und Orte heißen so zungenbrecherisch wie Dzibilchaltún oder Xcalak. Daran muss man sich schon gewöhnen und die Beherrschung des Mayavokabulars ist sicher keine Selbstverständlichkeit für jemanden, der weder Spanisch noch Maya als Muttersprache spricht.

Die/Los Yucatecos

 Nach gut vier Jahren unermüdlichen Ringens um ein Spanisch, mit dem man mich auch versteht, bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass ich wohl nicht die einzige bin, die ihr ganz persönliches Spanisch entwickelt hat. Spanisch ist etwas Lebendiges, das sich von Ort zu Ort und von Mensch zu Mensch weiterentwickelt hat. Und ich habe mir angewöhnt von jedem von mir erkundeten Kulturkreis einfach das Beste mitzunehmen: die chichi, den chamaco und den wey. Y si no me entiendes, no pasa nada. Ich habe ja immer noch Hände und Füße!

Marieke Wagenhäuser

Photos: WirNosotros

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2 responses to “¿No me entiendes? Egal, das ist mein persönliches Spanisch!

  1. öh, ich glaub, chamaco ist nicht grad ein 100%iger ersatz für niño… da wär ich etwas vorsichtig, wenn du z.b. den sohn deines chefs als chamaco bezeichnest… chamaco hat eine dezent negative konnotation… und chichis sind brüste im rest von mexiko ;)

    • danke für den Kommentar. Dies ist ein weiteres Beispiel für die Komplexität des Spanischen ;) Man weiß nie, ob man am besten nichts sagt oder den kalten Sprung ins Wasser wagt, je nachdem wo man sich gerade befindet, kann das echt nach hinten losgehen ;) Falls du noch eine tolle Übersetzung für cabrón hast, wäre das auch toll! Die Übersetzung ist mir nämlich auch nicht ganz überzeugend gelungen.

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