Mit Joker und Super Mario auf der Rückbank- das Tramprennen

Desde el 2006 se formó la organización Tramprennen, la cual se compone de un grupo en constante crecimiento de autostopistas que se organizan para viajar por toda Europa pidiendo aventón- y haciendo competencias a ver quien llega primero. Estas competencias suelen prolongarse hasta por dos semanas, habiendo varias etapas durante el trayecto hasta llegar a la meta. En cada etapa los autostopistas más rápidos obtienen puntos, los cuales se suman al final del viaje, y quien tenga más puntos resulta ganador. Desde el 2008 la organización Tramprennen apoya el movimiento a favor del acceso a agua potable y limpia de la ONG Viva con Agua de Sankt Pauli  y la “Welthungerhilfe“, esta última es una organización caritativa alemana que tiene como fin el acabar con la pobreza y el hambre en el mundo. De esta forma, los autostopistas haciendo dedo a lo largo y ancho de Europa han logrado acumular donativos de casi 25,000 euros en solo dos años. Además de las típicas competencias de ver quien llega primero, también hay la llamada “costume competition”, la cual tiene como objetivo pedir aventón pero con un disfraz. Los participantes  tienen que llegar a la  meta disfrazados. Como pueden imaginarse, para algunos pedir un aventón no es simplemente con el fin de llegar a un destino, ¡pero hay muchas maneras diversas y graciosas para llegar!

WirNosotros realizó una entrevista con Malte Schremmer, uno de los organizadores de “Tramprennen” y Lars Reichel, un participante activo de la organización. ¿Pedir aventón de forma organizada- no es algo contradictorio? ¿Cuánta espontaneidad y cuanta planificación hay detrás de una carrera de aventón organizada? y ¿Qué estaban haciendo el Joker y Pippi Langstrumpf en una gasolinera? ¿Tienen curiosidad por saber más? Entonces los invitamos a leer la entrevista. Para mayor información no duden en contactarnos o pueden encontrar más sobre Tramprennen dando click a su página web: tramprennen.org.

Seit 2006 gibt es die Organisation Tramprennen, welche aus einer anwachsenden Gruppe von Anhaltern besteht, die sich organisieren, um in Etappen quer durch Europa zu trampen-  und das Ganze immer im Rennmodus. Seit 2008 setzt sich die Organisation außerdem für sauberes Trinkwasser ein, indem sie die NGO Viva con Agua de Sankt Pauli und die Welthungerhilfe unterstützt.

WirNosotros hat ein Interview geführt mit Malte Schremmer, einem der Organisatoren von Tramprennen und Lars Reichel, einem aktiven Teilnehmer. Organisiertes Trampen- ist das nicht widersprüchlich? Wie viel Spontaneität steckt dahinter und was ist lang angelegte Planung? Und was hatten Joker und Pippi Langstrumpf an der Tankstelle verloren? Neugierig geworden? Dann lest euch das Interview mit den beiden durch und klickt euch gleich zu der Website von tramprennen.org durch!

WirNosotros: 2006 wurde das Projekt Tramprennen ins Leben gerufen. Wie kam es dazu und welche Idee steckte dahinter?

Malte S.: Eigentlich wollte ich mit einem Kumpel vor sechs Jahren vor Beginn des Zivildienstes nur möglichst günstig reisen gehen. Wir sind also per Anhalter, Bahn und damals sogar noch mit dem Flugzeug nach Italien gereist und haben von dort nach Korsika übergesetzt. Die Insel haben wir dann einmal per Anhalter umkreist und dabei jeden Tag an immer wieder wechselnden Straßenabschnitten zwei andere Tramper gesehen. Wir müssen uns also in irgendeiner Form permanent gegenseitig überholt haben. Wir haben uns vorgestellt, dass es eigentlich ziemlich cool wäre, mit den anderen Trampern abends bei einem Bier und einer Flasche Wein Geschichten auszutauschen, einen gemeinsamen Zielort für den kommenden Tag zu vereinbaren und sich dann dort wieder zu treffen. Tagsüber würde man sich so eine Art Rennen liefern. Wir haben die beiden leider nie getroffen und so mehr oder weniger unser eigenes imaginäres Rennen ausgefochten. Im Herbst fand dann das erste richtige Tramprennen statt, allerdings noch ohne Viva con Agua. Mit zwei Teams sind wir über Italien, Slowenien und Österreich zurück nach Hamburg getrampt und haben die Ursprungsidee aus Korsika einfach mal ausprobiert und es hat wunderbar geklappt und sehr viel Spaß gebracht.

Foto von/ Photo de Jessica Zumpfe

WirNosotros: Wie viele Tramper haben sich seitdem eurer Idee angeschlossen?

Malte S.: Wir sind seit 2008 kontinuierlich mehr Leute geworden. Anfangs waren wir nur elf, im letzten Jahr 108. Viele nehmen schon das zweite, dritte oder sogar vierte Mal teil. Aber wir haben auch jedes Jahr wieder überwiegend neue Leute mit am Start. Eine kleine Tramper-Familie ist so natürlich schon irgendwie entstanden, die mit jedem Jahr ein bisschen größer wird.

WirNosotros: Lars, seit wann nimmst du an Tramprennen teil und was spornt dich dazu an?

Lars R.: Zum ersten Mal bin ich im Sommer 2010 über einen Link von hitchwiki.org auf das Viva con Agua-Tramprennen gestoßen. Damals hatte ich allerdings schon andere Pläne und war gerade dabei, mich auf eine Reise mit sechs Freunden per Anhalter nach Istanbul vorzubereiten. Unsere Idee, über mehrere Wochen und Etappen unterwegs zu sein und uns auf dem Weg in verschiedenen Städten des Balkans zu treffen, kam dem Konzept des Tramprennens recht nahe.

Kurz vor Ostern 2011 stolperte ich dann wiedermal über die tramprennen.org Seite und damit auch über die in etwa genauso spannende wie bescheuerte Idee des “60 hours race”, bei dem es darum ging per Anhalter innerhalb von sechzig Stunden (über das Osterwochenende) so weit wie möglich Luftlinie von Hamburg weg und wieder zurück zu kommen (Beweis per Kassenzettel vom weitest entfernten Ort). Da ich mich zu diesem Zeitpunkt schon als einen halbwegs erfahrenen Tramper bezeichnete und die Skepsis vieler Leute hauptsächlich daher rührt, dass Trampen einfach “viel zu lange dauert” und daher nur für Leute geeignet ist, die “zu viel Zeit” haben, kam die Herausforderung quasi wie gerufen.

Innerhalb von zwei Tagen waren ein Freund als Teamkollege und ein paar nötige Sachen eingepackt und los ging’s. Wir kamen letztlich bis Marseille und zurück, wurden damit mit knapp 1300 km Luftlinie neuntes von circa zwanzig teilnehmenden Teams.

Foto von/ Photo de Tramprennen.org

WirNosotros: Wie viel Planung und wie viel Spontaneität stecken hinter einem Tramprennen?

Malte S.: Anfangs war der Arbeitsaufwand in jedem Fall geringer und ging nicht über ein “Wann fahren wir los und wo wollen wir hin?” hinaus. Mittlerweile beginnen wir knapp acht Monate im Vorfeld mit der Planung. Die Routen, Zielorte, Zwischenetappen etc. nehmen dabei aber nur einen minimalen Anteil ein, das heißt, wir gucken bei der Planung der Routen eigentlich mehr auf die Distanzen zwischen den Etappenzielen und nicht darauf, einen möglichst schönen Ort zu finden. Die sind größtenteils spontan ausgesucht und passen gerade ganz gut in den Routenverlauf. Der Großteil der Planung geht tatsächlich für die Website drauf: Anmeldeprozess, Spendenprozess, Projektdarstellung und der komplette Live-Teil des Rennens (SMS-Ticker, Fotos, Blogs) sind komplett eigenständig konzipiert und programmiert worden.

Was Spontaneität angeht, wir haben bislang jedes Jahr während des Rennens spontan die Etappenziele geändert, weil einer der Tramper ein kleines Dorf in der Nähe kannte, o.Ä. Damit das Rennen funktioniert, gibt es eigentlich nur eine grundlegende Regel: Jedes Team muss zu den Zwischenetappen. Das schließt spontane Penn- oder Ausflugsangebote von Fahrern oftmals leider aus, dafür passieren wiederum andere schöne und unvorhergesehene Dinge am Etappenziel und man verbringt eine sehr gute Zeit mit den anderen Trampern.

Foto von/ Photo de Jessica Zumpfe

WirNosotros: Warum habt ihr euch entschieden mit Tramprennen den Verein Viva con Agua zu unterstützen und wie funktioniert das?

Malte S.: Ich habe Viva con Agua 2008 während einer Spendenwanderung mit einem kongolesischen Holzlastenfahrrad von Hamburg nach Basel kennengelernt und bin seitdem wie viele andere bei Viva con Agua kleben geblieben. Es ist einfach ein sehr lustiger, unkonventioneller Haufen mit durchgeknallten Ideen und wahnsinnig viel Energie etwas mit Spaß zum Positiven zu verändern. Die Möglichkeit, seine eigenen Ideen und Projekte quasi barrierefrei umsetzen zu können, hat mich damals sehr beeindruckt und mitgerissen. Unabhängig davon sind die Unterstützung von Trinkwasserprojekten und die Auseinandersetzung mit dem Thema Wasser ungemein wichtig und in vielen Köpfen der Gesellschaft noch immer nicht angekommen.

Mit dem Tramprennen haben wir in den vergangenen zwei Jahren über 25.000 Euro Spendengelder sammeln können, die für Trinkwasserprojekte in Ruanda, Burkina Faso und Guatemala eingesetzt wurden. Jedes teilnehmende Team ist dazu angehalten (nicht gezwungen), sich Teamsponsoren zu suchen, die für jeden getrampten Kilometer einen Centbetrag X spenden. Mikrofundraising sozusagen. Wir hatten im letzten Jahr ca. 350 Teamsponsoren, die als Dankeschön namentlich im Profil ihres Teams aufgelistet wurden.

Uns persönlich geht’s aber nicht ausschließlich um die Generierung von Spendengeldern, sondern auch um Inspiration. Um zu zeigen, dass Kleinvieh auch Mist macht und jeder sich mit seiner Leidenschaft, seinem Hobby oder für was auch immer er sich begeistert bei Viva con Agua oder woanders einbringen und selber etwas auf die Beine stellen kann.

Lars R.: Mit Viva con Agua sind ja nur die längeren Tramprennen im Sommer verknüpft, an denen ich bisher nicht teilgenommen habe. Allgemein ist das Thema von NGOs, die für einzelne wohltätige Projekte Spendengelder sammeln, natürlich kein einfaches. Mit der Fokussierung auf konkrete Hilfsprojekte muss man sich wohl die Kritik gefallen lassen, die Auseinandersetzung mit größeren Zusammenhängen und grundsätzlichen Problemen der Verteilung lebenswichtiger Güter wie Wasser zu vernachlässigen bzw. gar nur als “Ventil” zur Erleichterung einer Art kollektiven Gewissens zu fungieren. Aber abgesehen von berechtigter und wichtiger Kritik an der Schwerpunktsetzung liegt die Nachhaltigkeit solcher Aktionen vielleicht gerade im Fördern der Diskussionen über solche globalen Themen und im Aufbau einer kritischen internationalen Öffentlichkeit.

Dies gesagt steht für mich und wahrscheinlich auch alle anderen bei Tramprennen der Spaß am gemeinsamen Reisen per Anhalter im Vordergrund. Wenn dabei noch zigtausend Euro für ein sinnvolles Projekt zusammenkommen, kann man das ja kaum schlecht finden.

Foto von/ Photo de Tramprennen.org

WirNosotros: Die Costume Competition 2012: Was war das verrückteste Kostüm, das es bis nach Dresden geschafft hat?

Malte S.: Pippi Langstrumpf und ihr Pferd, gleich zwei Mal. Zu dritt als Pferd verkleidet sind Teams aus Stuttgart und Berlin nach Dresden getrampt und haben den ersten Platz dann mittels Armdrücken unter sich ausgemacht. Wir hatten aber auch selbstgenähte Papageienkostüme, viele Hasen und Häschen (Ostern), Piraten, Bananen, Homer&Marge oder Gorillas unter den Trampern! Die meisten Leute haben’s tierisch abgefeiert, auf der Raststelle oder am Straßenrand mal etwas Unerwartetes zu sehen und haben gelacht, geschmunzelt oder ihre Handys zum Fotos machen ausgepackt.

WirNosotros: Lars, wie schnell bist du an dein Ziel gekommen? Hattest du es mit deinem Joker- Kostüm schwer jemanden zu finden, der dich mitnimmt?

Lars R.: Ich habe für die Strecke Marburg-Dresden ungefähr siebeneinhalb Stunden gebraucht. Das ist zwar deutlich länger als sonst, lag aber kaum am Kostüm, sondern vielmehr am spärlichen Ostersamstagsverkehr. Gerade am Start an der Tankstelle an der B3 in Marburg, wo ich mehr als zwei Stunden gestanden habe, waren fast alle der insgesamt wenigen Autos nur sehr kurze Strecken unterwegs und ich wollte ja nicht den halben Tag an Landstraßen verbringen, sondern möglichst direkt auf die A5 kommen. Das Kostüm wurde, auch wenn es vielleicht nicht besonders liebreizend aussah, von den meisten eher neugierig aufgenommen. Die zweite Hälfte der Strecke bin ich dann sogar mit Super Mario und einer Chiquita-Banane zu dritt auf einer Rückbank mitgenommen worden!

WirNosotros: Es gibt keine materiellen Preise, was ist euer Ansporn? Mit welchem Gefühl geht man nach einem Tramprennen nach Hause?

Malte S.: Einem guten Gefühl! Man hat viele neue, tolle Menschen während des Rennens getroffen und oftmals neue Freundschaften geschlossen. Man ist durch viele Länder gereist und hat einen kleinen Einblick in die dortige Lebenswelt erhalten und unterwegs Geschichten erlebt, an die man sich noch sehr lange mit Freude erinnern wird. Ein Preis in Form eines neuen Rucksacks, Handys oder GPS-Geräts ist da völlig unnötig und kann zudem auch mit den anderen Dingen nicht mithalten.

WirNosotros: Und Lars, dein persönlicher Preis am Ende der Costume Competition 2012?

Lars R.: Die Genugtuung einmal kostümiert getrampt zu sein und ein einzigartiges Kneipenerlebnis mit einigen interessanten neuen Bekanntschaften und ausgelassener Stimmung. Die Performances vor allem der beiden Pippi Langstrumpf-Teams mit jeweils Pippi und einem Pferd aus zwei Personen waren großartig.

Foto von/ Photo de WirNosotros

WirNosotros: Außerhalb der Tramprennen, ist trampen für dich das bevorzugte Transportmittel auf Reisen? Ist deine Entscheidung zu trampen an finanzielle Aspekte gebunden?

Lars R.: Inzwischen trampe ich die längeren Strecken eigentlich immer. Man kann schon sagen, dass ich das aus größtenteils recht pragmatischen Gründen angefangen habe und es nicht wie manch anderer Tramper zu einem “Prinzip” oder Lebensstil erheben möchte. Kostengünstig zu reisen macht ganz einfach mehr Reisen möglich und ist schon deshalb gut. Ich würde auch gern häufiger Zug fahren, wenn es nicht so unglaublich teuer wäre. Trotzdem habe ich andere Aspekte des Trampens wie praktizierte Solidarität, vertrauensvolles Zugehen auf fremde Menschen und deren interessante Geschichten auch sehr lieb gewonnen.

WirNosotros: Was war bisher euer denkwürdigstes (lustigstes/schlimmstes) Erlebnis?

Malte S.: Bestes Ereignis kann man so gar nicht konkret sagen, es sind so viele! Aber eines der Highlights ist sicherlich das zufällige Aufeinandertreffen mit Günter Netzer an einer Grenztankstelle zwischen Österreich und der Schweiz gewesen, der sich gerade lauthals mit einem Österreicher um den Vorzug an der Zapfsäule stritt.

Lars R.: Ha, je mehr wilde Anekdoten man von anderen Trampern hört, umso bescheidener werden die eigenen. Ein kleines, bescheidenes Beispiel ist vielleicht der türkische Pharmavertreter, der uns damals das letzte längere Stück nach Istanbul mitgenommen und unterwegs noch in mehreren Kleinstädten die Krankenhäuser abgeklappert hat. Der sprach kaum Englisch (und wir kein Türkisch) und setzte jedes Mal ein beeindruckend sonniges, ehrliches Lächeln auf, wenn er alle paar Minuten im Gespräch fröhlich “I understand!” konstatierte. Außerdem wollte er uns in einer der Pausen noch unbedingt Geld für etwas zu Essen vom örtlichen Markt geben, während er, da gerade noch Ramadan war, den ganzen Tag in der Hitze weder gegessen noch getrunken hatte.

WirNosotros: Gibt es bereits Ideen für das Tramprennen 2012?

Malte S.: Steht seit vergangener Woche fest!

WirNosotros: Vielen Dank euch beiden für das Gespräch und viel Spaß allen Trampern auf dem Weg nach Rumänien!

Advertisements

Teil deine Gedanken / Comparte tus pensamientos

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s