Offener Brief an Mexiko aus Deutschland: Gib nicht auf!

Carta abierta para México desde Alemania: ¡No te rindas!

WirSindAlleAyotzinapa

Man sagt, dass sie dich entführt und gefoltert haben. Dass sie dich massakriert und dann verbrannt haben. Man sagt, dass sie dich vergraben haben, damit du in Vergessenheit gerätst. Man sagt, dass du nicht mehr da bist, dass du fortgegangen bist. Aber ich weigere mich das zu glauben, weil ich dich immer noch sehen kann.

Gestern noch wusste ich nicht von dir. Weder woher du kommst, noch was du machst. Aber heute habe ich dein Gesicht gesehen und deinen Kampf kennengelernt. Jenen Kampf, den du nicht erst seit gestern führst, sondern seit jeher. Ich weiß, dass du für Bildung und ein würdevolles Leben für die Ärmsten auf dieser so ungleichen Erde kämpfst. Ich weiß, dass du Lehrer werden wolltest, um den Kleinen beizubringen, dass Wissen die mächtigste Waffe ist. Auch wenn ich dich nicht kenne, weiß ich, dass ich dich brauche, um eine bessere Welt aufzubauen- eine gute Welt für alle.

Und auch wenn sie sagen, dass deine Präsenz verschwinden wird, weiß ich sehr wohl, dass du existierst. Du existiert in einer Karawane an Eltern, die unermüdlich durch ein Land von Toten reisen, um dir eine Stimme zu verleihen. In diesen ehrenwerten Studenten, die sich erheben, um Gerechtigkeit zu fordern. Du existiert in den Menschen, die sich weigern aufzugeben bis sie dich zurückhaben. Du existierst in diesem Land, das gerade aus einer großen Lethargie erwacht und das es einfach leid ist.

Auch heute sehe ich dich. In der Ferne. Ich sehe dich im Antlitz meiner Eltern, in dem süßen Lachen meines Bruders. In dem zarten Kuss zweier Verliebter. In meinem Kommilitonen und in meinem Professor. Du lebst in unserem Aufschrei der Solidarität, der nicht verstummen wird bis wir dich wiedergefunden haben. Du lebst in jeder gerechten Frau und in jedem gerechten Mann auf diesem Planeten, die deine Qual sehen und dich nicht alleine lassen.

Heute mehr denn je bin ich bei dir. Und ich bitte dich nicht aufzugeben. Auch wenn die Landschaft düster ist und die Angst von dir Besitz ergreift- geh weiter! Auch wenn der Weg weit ist und der Riese unbesiegbar erscheint- gib nicht auf! Und sollte die Nacht hereinbrechen und die Schatten herrschen, dann soll dir das Licht der ‚Dreiundvierzig‘ den Weg erleuchten. Ein besseres Land wird aus der Asche deines Kampfes emporsteigen.

Von hier aus achte ich auf deine Schritte und ich verspreche dir: Wenn sie dich verletzen wollen, dann werde ich meine Stimme erheben und deinen Namen in die ganze Welt tragen und ich werde Gerechtigkeit fordern.

Sie wollten dich für immer begraben, aber sie haben vergessen, dass du ein Saatkorn warst!

Anonymus

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